Folgende Werkzeuge haben wir speziell für den Lehmbau
verwendet:
- 60 Liter Zwangsmischer (Kübelmischer)
Neupreis 450.-
€ (Bild 1) Dieser Mischer hat uns beste Dienste
erwiesen.
Wir haben nicht nur allen Lehmmörtel und den
Lehmfeinputz
damit gemischt , sondern auch Estrichbeton für 40 qm, da der
Trommelmischer nach kurzer Zeit seinen Geist aufgab. Beim
Mischen
des Feinputzes (trockene Sackware) haben sich Knollen von den im Putz
befindlichen Tier- und Pflanzenfasern gebildet, die beim
Verputzen
stören. Mit einem einfachen Rührquirl an der
Bohrmaschine
lies sich der Feinputz in geringen Mengen etwas besser
verrühren.
- Zum Verputzen haben sich die im Bild 2 und Bild 3
gezeigten
Kellen als gut erwiesen. Wichtig ist eine gute Rechteckkelle mit
abgerundeten Ecken, da man sonst beim Einputzen des Armierungsgewebes
ständig an scharfen Ecken hängen bleibt.
- Zum Zuschneiden der Lehmsteine wird eine elektrische
Alligator-Säge (elektrischer Fuchsschwanz,
Ytong-Säge)
benötigt, da das Zersägen mit einer Handsäge
zu
mühsam ist. Wir haben eine einfache Black&Decker
Alligatorsäge mit einem Hartmetalsägeblatt
gekauft (180
€ für die Säge und 60 €
für das
Sägeblatt). Eine Profisäge ist nach unseren
Erfahrungen nicht
nötig, die Säge arbeitet noch einwandfrei. Das
Zersägen
der Lehmsteine geht sehr leicht, mit geringem Druck schneidet die
Säge innerhalb von 15 sek einen Lehmstein quer. (Bild 4)
Insbesondere beim Mauern des Sichtmauerwerkes mit den Aussparungen
für die Elektroinstallation und zum Anpassen an die
Gefachbreiten
müssen sehr viele Steine zerschnitten werden.
- Zusätzlich werden noch folgende Werkzeuge
benötigt, die auf einer Baustelle sowieso vorhanden sind:
Schwammbrett, Schwamm, Richtlatte, Wasserwaage, Fugenkelle,
Maurerhammer..
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Bild1

Bild2

Bild3

Bild4
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Vor den
Innenseiten aller
Außenwände des Hauses wurden
Lehmstapelwände mit
integrierter Heizung errichtet. Wir sind folgendermaßen
vorgegangen:
- Elektroinstallation
Die Unterpuzdosen für die Steckdosen und Schalter an den
Außenwänden werden an den vorgesehenen Stellen auf
ein
Abstandsholz an die OSB-Platte der Außenwand geschraubt. Das
Abstandsholz muß so dick sein, dass der Dosenrand
später
unter Berücksichtigung der Lehmsteindicke (7,5 cm) sowie der
Unterputz- (1,5 cm) und Feinputzstärke (0,3 cm) eben mit der
Putzoberfläche liegt. Es wurden
Geräte-Verschaltungsdosen mit
einer Tiefe von 63 mm verwendet, da die Verschaltung in den Dosen
vorgenommen wird. Die Kabel werden auf dem Rohfußboden an der
Außenwand hinter der unteren Stapellatte (6x6
cm) entlang
geführt und von unten in die Dosen eingeführt. (In
Bild 1 ist
die eine untere Stapellatte noch nicht an die Außenwand
gerückt).
Bei Dosen für hochliegende Steckdosen, Schalter oder
Lichtauslässe werden die Kabel erstmal lose an der Wand
hochgeführt, sie werden später beim
Anschrauben der
Stapellatten fixiert, umstapelt oder durch Schlitze in den Lehmsteinen
geführt. (Bild 2)
Die Installation von Dose zu Dose ohne obenliegende Verteilerdosen und
die Kabelführung von unten ist erforderlich, wenn die
Lehmstapelwand, wie bei uns, oben an Sichtbalken und Sichtdecken
stößt, da eine Kabelführung über
Sichtholz optisch
wohl nicht in Frage kommt.
Die durch die Deckendurchbrüche vom Keller kommenden zum
Obergeschoß führenden Kabel für Steckdosen,
Lichttaster; Licht, Kommunikations- und Antennendosen, werden
mit
Kabelbindern gebündelt, an der Wand mit Lochstreifen befestigt
und
ggf mit den isolierten Heizungsrohren mit Schilfrohrmatten abgedeckt.
Die Schilfrohrmatten können einfach mit einem Elektrotacker
auf
die Lehmsteine oder Stapellatten getackert werden. Es ist darauf zu
achten, dass die Bündel mit mindestens 1 cm
überputzt
werden können. (Bild 3)
Die mit einer Schraube befestigten etwas lose sitzenden Dosen werden
mit Lehmsteinen und Lehmsteinbruch umstapelt und zum Schluß
mit Lehmmörtel
eingemauert und mit Zeitungspapier ausgestopft. (Bild 4)
- Installation der Sanitäranschlüsse
Die Zu- und Abwasserleitungen werden mit Lochband direkt auf die
OSB-Platten geschraubt. Die Anschlüsse für Amaturen
und
Eckventile werden auf Abstandslatten geschraubt, die die richtige
Stärke für das wandebene Einputzen haben. (Bild 5)
Die Abwasserleitungen aus 50 mm Kunstoffrohr werden unter dem Auslass
senkrecht nach unten geführt und dann mit dem nötigen
Gefälle bis zum nächsten Deckendurchbruch. In diesem
Fall
werden die 6x6 cm Bodenlatten für die Stapelwand
waagerecht
über das Abwasserrohr so an die Außenwand
geschraubt, dass
die Schrauben (6x120) durch die OSB-Platte in die senkrechten
Wandbalken treffen. Die Lage der Wandbalken kann man an den
Tackerklammern erkennen mit denen die OSB-Platten an die Balken
getackert sind. (Bild 6) Die Zwischenräume zwischen
Bodenlatte, Rohr und Boden werden mit Lehmsteinbruch und
Lehmmörtel vor dem Verputzen ausgefüllt.
Alle Leitungen und Anschlüsse werden mit ggf
zurechtgeschnittenen Lehmsteinen umstapelt.
- Lehmsteine stapeln
Die Lehmsteine werden auf die 6x6 cm starke Bodenlatte mit einem
Abstand von ca. 1 cm in einer Reihe gelegt und mit der Fläche
(24x11,5cm) an die Wand gelehnt. Die nächste Reihe wird um
mindestens 1/4 Steinbreite versetzt auf die untere Reihe gestapelt. Die
Steine werden möglichst so hingestellt, dass sie von alleine
an
die Wand lehnen. Das war bei unseren Steinen immer dann der Fall, wenn
die etwas glattere Seite der Steine nach vorne
zeigte. Diese
Seite lag beim Trocknen unten, die Gegenseite trocknete schneller und
der Stein wurde leicht trapezförmig. Nach 4 Lagen haben wir in
der
Regel die nächste 4x6 cm starke Befestigungslatte
mit der
schmalen Seite an die Wand geschraubt. Wir haben alle
Schraublöcher schräg von oben nach unten vorgebohrt
und die
Latte mit den Schrauben mit Druck auf die gestapelten Steine fest an
die OSB-Platten geschraubt. Alle Latten müssen
sägerauh verarbeitet werden, damit der Putz besser
hält.
Da die Wandheizungsrohre auf Befestigungslatten in
vorgegebenen
Höhen geschraubt werden mussten, konnten wir den waagerechten
Lattenabstand von 4 Steinreihe nicht immer einhalten,
sodass 2, 3, 4
und 5 reihige Stapellung vorkam. Steine die nach dem Anschrauben der
Befestigungslatten noch wackelten haben wir mit Schrauben und
Unterlegscheiben zwischen zwei Steinen im waagerechten Stapelschlitz an
die Wand geschraubt. Das kam insbesondere bei der 5-reihigen Stapellung
vor. Nach dem Anschrauben waren alle Steine fest. (Bild 7)
- Wandheizung einbauen
Die gesamte Wandheizung wird mit 15 mm Kupferrohren aufgebaut. Die
Länge und der Verlauf der Heizungsrohre in der Lehmstapelwand
richtet sich nach dem Wärmebedarf der Räume und der
Lage der
Türen und Fenster. Als Faustregel gilt, dass 1 Meter
Kupferrohr
bei einer Vorlauftemperatur von 65 Grad eine Wärmeleistung von
ca.
40 Watt abgibt. Pelletsheizungen arbeiten bevorzugt mit dieser
Vorlauftemperatur. Die Fenster und Türöffnungen
werden von
Kupferrohren umrahmt oder rechts und links mit extra Heizbögen
versorgt, so dass die geringere Wärmedämmung der
Verglasung
ausgeglichen
wird und keine Kälte von diesen Bereichen ausgeht. Der genaue
Verlegeplan muss von einem Heizungsplaner unter
Berücksichtigung
der Isolationswerte der verwendeten Baustoffe, der
Raumgrößen, Himmelsrichtungen usw. berechnet
werden. Für unser Haus hat diese Berechnungen unser Freund Jörg Hofmann durchgeführt
Vom Heizkreisverteiler im Keller führen je zwei isolierte
Kupferrohre in jeden Raum.Vor Verlegung der Kupferrohre
werden
senkrechte Schlitze nach Verlegeplan mit einer kleinen Handflex mit
Hartmetalblatt in die Lehmsteine geflext. Das staubt zwar
fürchterlich, geht aber sehr schnell. Der Staub wird mit einem
Staubsauger direkt unter der Flex abgesaugt. (Bild 8) Die Kupferrohre
werden dem Verlegeplan
entsprechend mit Fittinge verlötet, die waagerechten Leitungen
auf
die Stapellatten mit
Lochband geschraubt und in die senkrechten Leitungen entweder
in
die vorbereiteten Schlitze gelegt oder auf senkrechte Latten
geschraubt. (Bild 9 und 10) Bei der Festlegung der Höhen der
waagrechten Stapellatten muss der Verlauf der Heizungrohre bereits
berücksichtigt werden. Da die Stapellatten eine Dicke von 6 cm
haben und die Lehmsteine ca 7,5 cm dick sind, hat die
Oberfläche
der 15 mm Rohre in etwa den gleichen Abstand von der Wand, wie die
Lehmsteine.
- Fenster-und Türlaibungen vorbereiten
Die Fenster- und Türlaibungen sollten bei uns aus Lehmputz mit
einem großen Rundungsradius von 8 cm gefertigt werden. Dazu
werden die 6x4 Latten seitlich neben den Laibungen in einem Abstand an
die Wand geschraubt, der den 8 cm-Radius der späteren
Lehmlaibung
berücksichtigt. Mit dem gleichen Abstand werden die
Stapellatten
über den Fenstern angeschraubt. Da unter den Fenstern das
Fensterbrett eingeputzt wird, brauch hier kein Radius
berücksichtigt zu werden. (Bild 11) Da der Lehmputz auf den
abgeklebten Fenster/Türenlaibungen nicht hält, werden
Schilfrohrmatten so aufgetackert, dass der Laibungsradius vorgeformt
wird. (Bild 12) Die Schilfrohrmatten werden mit Lehmputz von Hand
vorgeputzt und der Radius dabei grob vorgeformt. (Bild 13)
- Unterputz
Bevor mit dem Putzaufspritzen begonnen wurde haben wir alle gestapelten
Wände mit einem Maßstab fotografiert, um die Lage
der
Stapellatten, Installationsleitungen, Kabelbündel und
Heizungsrohre zu dokumentieren. (Bild 14) Außerdem wurde
Alles in der
Nähe der
zu verputzenden Flächen gut mit Folien abgeklebt. Lehm
läst sich
zwar gut mit Wasser abwischen, doch bei längerer Einwirkung
über
mehrere Tage können ggf Flecken auf rohem Holz
zurückbleiben. Daher
haben wir das Sichtholz im ganzen Haus vorher mit BIOFA
Universal Hartöl Nr. 2044 eingeölt.
Damit die Wärmeausdehnung der Kupferrohre später
nicht zu Rissen führt, werden die Rohre heiß
eingeputzt.
Das Einputzen der 135 qm Lehmstapelwände haben wir mit 4 Mann
(genauer: 3 Mann und eine Frau, die aber locker ihren Mann steht) an
zwei Tagen erledigt.
Da man die ca. 4 Tonnen Lehmputz nicht mit der Hand mischen und an die
Wand werfen kann, braucht man einen für Lehmputz geeignete
Putzausrüstung. Wir haben eine Lehmbauer aus Tübingen
für 2 Tage mit seiner Ausrüstung gemietet. Den
Lehmbauer
Andreas hat uns das Geschäft Symbio, Biobaustoffe in
Tübingen vermittelt. Da wir die BigBags mit dem Lehmputz nahe
ans
Haus gestellt hatten und Platz zum Aufbau des Zwangmischers, des
Kompressors und der Putzmaschine eingeplant war, waren wir in kurzer
Zeit mit dem Aufbau fertig. (Bild 15) Zum
Anschließen der
Lehmputzmaschinen waren zwei Drehstromanschlüsse notwendig,
die
ich vorher schon eingerichtet hatte.
Zum kontinuierlichen Arbeiten wurden die 4 Kräfte
folgendermaßen eingeteilt:
Arne übernahm das Mischen des Putzes. Er stand auf den Bigbags
und
schaufelte den Lehmputz in den Zwangsmischer, gab die richtige Menge
Wasser dazu und ließ die fertige Mischung in die unter dem
Zwangsmischer stehende Putzmaschine fließen.
Andreas befeuchtete die Wände vor dem Verputzen mit
Wasser(Bild
16) und spritzte dann mit dem Spritzrohr die Wände mit der
richtigen Menge Lehmputz gleichmäßig ein. (Bild 17,
18 und 19)
Dabei achtete er darauf, dass der Lehmputz die
Stapelzwischenräme
ganz ausfüllt. Da Andreas sehr schnell den Putz aufspritzte,
konnte er uns zwischendurch bei den weiteren Arbeiten helfen.
Ich zog die eingespritzte Wand mit Richtlatte und Kelle
möglichst
gerade ab und formte die Laibungen mit der Kelle vor. (Bild 20 und 21)
Dela putzte im richtigen Moment (Putz ist noch weich, klebt aber nicht
mehr am Knöchel) die vorbereiteten Armierungsbahnen mit der
abgerundeten Kelle in die Putzoberfläche. Dabei zeigte sich,
dass
die 8 cm Rundungen der Laibungen mit dem etwas steifen
Glasfaser-Armierungsgewebe gut geformt werden können. (Bild 22)
Am Abend des ersten Tages hatten wir etwa die Hälfte der
Flächen verputzt. Der Lehm an den Werkzeugen wurde kurz in
Wasser
abgewaschen, während der Lehmputz in dem Zwangsmischer, der
Putzmaschine und in den Putzschläuchen nur abgedeckt wurde. Es
kann am nächsten Tag gleich weitergearbeitet werden.
Der zweite Tag lief genau wie der erste Tag ab und wir waren am
frühen nachmittag fertig. Die drei BigBags mit Lehmputz hatten
wir
genau verbraucht. Nun mußten die Putzmaschinen
gründlich mit
Wasser gereinigt und die Schläuche mit Putzbällen
durchgespült werden.
Das Verputzen der Lehmstapelwände mit Hilfe eines Lehmbauers
mit
seinen Maschinen hat sich sehr gut bewährt. Die zwei Tage
waren
anstrendend wegen der ungewohnten Putzarbeit, aber das Ergebnis kann
sich sehen lassen.
Nun musste der Putz trocknen. Schon nach einigen Stunden war der Putz
über den warmen Heizungrohren getrocknet. (Bild 23) Da das
Wetter
sehr sonnig war und wir weiter heizten, waren alle Räume nach
ca.
10 Tagen trocken.
- Feinputz
Als Feinputz haben wir Claytec Feinputz 10.011 verarbeitet.
Der
Putz wird in Säcken geliefert und muss nur noch mit Wasser
angerührt werden.
Der Feinputz darf erst aufgetragen werden, wenn alle Flächen
trocken sind. Das kann man sehr gut an der hellen Farbe des Unterputzes
erkennen. Da der Feinputz nur dünn (ca. 2-3mm)
aufgetragen
wird, kann er mit der Kelle aufgezogen werden. Wir haben den Putz
zuerst mit unserem 60 Liter Zwangsmischer angemischt. Dabei zeigte es
sich, dass sich die feinen Tier- und Pflanzenhaare im pulvrigen Putz
an den Rührstäben ansammelten und
Haarknollen bildeten,
die beim Putzen stören und immer wieder entfernt werden
müssen. Daher haben wir einen Teil des Feinputzes mit einem
normalen Rührquirl an einer Bohrmaschine angerührt.
das geht
etwas besser, aber auch hier sammelten sich Haarknollen an. Bild 24
zeigt die Konsistenz und Farbe des Feinputzes.
Vor dem Aufziehen des Feinputzes wir der Unterputz mit einem groben
Reibebrett abgerieben um Unebenheiten und Knubbel zu entfernen. Dann
wird die Oberfläche gut benetzt. Das haben wir mit einer
Gartenspritze gemacht, da mit einem Gartenschlauch nicht so gezielt und
dosiert gearbeitet werden kann. Nach dem Vornässen wird der
Feinputz mit der Kelle aufgetragen, wobei in Ecken und in Winkeln mit
kleineren und dreieckigen Kellen gearbeitet werden kann. Sobald der
Feinputz anzieht wird er glattgerieben. Wir haben
ausschließlich
mit Schwammbrett und Handschwamm gearbeitet. Der richtige Zeitpunkt ist
dann erreicht, wenn der Putz mit einem feuchten Schwamm verrieben wird
und weder wegschwimmt, noch zu stark gerieben werden muss. Der
Zeitpunkt ist nicht so kritisch, da er durch Einsprühen mit
Wasser
stark verzögert werden kann.
Die Bearbeitung der runden Laibungen dauert länger als die
einer
glatte Fläche, da die Rundung und insbesondere die Ecke zweier
Rundungen gleichmäßig gestaltet werden
müssen. (Bilder
25 bis 27)
Die so zu erzielende Oberfläche ist glatt und wolkig in der
Farbe. Man erkennt die feine Lehmstruktur. (Bild 28)
- Oberfläche
Die Behandlung der Putzoberfläche ist gemeinsam für
das
Sichtmauerwerk weiter unten bei "Oberflächenbehandlung"
beschrieben.
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Bild1
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Bild28 |
Alle
Innenwände, mit Ausnahme der Wände der
Nebenräume,
wurden mit Lehmsteinen als Sichtmauerwerk ausgeführt. Wir
haben
die gleichen Steine wie für die Lehmstapelwand (Claytec NF
1500)
auch für das Sichtmauerwerk verwendet. Beim Errichten der
Lehmstapelwand haben wir die guten Lehmsteine aussortiert um sie
für das Sichtmauerwerk zu verwenden. Es gibt auch extra
glatte,
mit Phase versehene Steine für Sichtmauerwerk, die eine
"feineres"
Bild ergeben. Sie sind aber deutlich teurer.
Als Mörtel für das Sichtmauerwerk haben wir
Leichlehm-Mauermörtel erdfeucht im BigBag verwendet. Da dieser
Mörtel mit Holzspänen gemischt ist, wird das
Fugenbild des
Sichtmauerwerks sehr grob. Soll das Sichtmauerwerk nicht zu
rustikal erscheinen, sollte man besser Lehmmörtel ohne grobe
Zuschläge verwenden.
Die Sichtmauerwände werden in die Gefache der
Holzständer
gemauert. Für jedes Gefach haben wir folgende
Arbeitsreihenfolge
eingehalten:
- Abkleben der umgebenden Holzbalken und
Decken mit Folie.
- Verlegen der Elektrokabel
Zu den Steckdosen, Schaltern und Thermostaten, die im
Sichtmauerwerk liegen müssen alle Kabel von unten
herangeführt werden, da eine Weiterführung der Kabel
vom
Schalter zum Lichtauslass nach oben über die Deckenbalken und
die
sichtbare Holzdeckenschalungen nicht möglich ist. Die Kabel
werden
neben den Bodenbalken bis zu den entsprechenden Holzständern
geführt, die den Elektrodosen am nächsten sind. Der
Bodenbalken wird am Ständer schräg von der Mitte nach
unten
bis kurz über den Boden durchbohrt und das Kabel durch dieses
Loch
innen am Ständer nach oben bis zur Höhe der
einzumauernden
Dose geführt. (Bild 1) Die auf dem Boden geführten
Kabel
werden später vom Dielenfußboden verdeckt.
Beim Hochmauern wird an den entsprechenden Stellen ein Holzrahmen
für eine oder mehrere Dosen eingemauert. Diese Holzrahmen
wurden
vorher angefertigt und sind 42 mm tief, sodass sie normale
Unterputzdosen aufnehmen können. Es können
zwei Dosen auf der
gleichen Höhe auf beiden Seiten des Mauerwerks montiert
werden, da
die Mauerdicke ja 11,5 cm beträgt. (Bild 2
und 3) Die Kabel werden beim Mauern in der Mitte zwischen den Rahmen
herausgeführt und später in den entsprechenden Dosen
verschaltet.
Muss eine Dose nur auf einer Seite eingemauert werden, wird der
Lehmstein mit der Alligatorsäge so eingesägt, dass
nur auf
einer Seite der Stein ein Loch für die Dose hat. (Bild 4)
- Anschluß an die Gefachbalken
Auf die Mitte der senkrechten Seiten der Gefachbalken wird eine
Dreiecksleiste oder rechteckige Leiste aufgenagelt. Die kleine
Steinseite wird mit Mörtel bestrichen und an die Leiste
herangeschoben bis der Hohlraum komplett mit Mörtel
angefüllt
ist. (Bild 5)
Müssen am senkrechten Gefachbalken Kabel
geführt werden, so müssen diese in kurzen
Abständen in
der Mitte des Balkens dichtaneinander oder übereinander
geführt und mit Nagelschellen gut befestigt werden. Sie
ersetzen
in diesem Fall die Dreieckleisten und müssen die waagerechten
Kräfte der Mauer aufnehmen können.
- Ausmauern der Gefache
Vor dem Ausmauern und dem Zurechtschneiden der Lehmsteine wird das
Mauerbild festgelegt. Es ist abhängig von der Breite des
Gefaches.
Wir haben das Mauerbild immer so gewählt, dass die senkrechten
Fugen mit einer Reihe Abstand jeweils übereinander liegen. So
wird
ein ruhiges Mauerbild erzielt.
Bei einem rechtwinkligen Gefach können dann die Breiten der zu
schneidenden Steine errechnet und für das gesamte Fach
geschnitten
werden. (Bild 6 und7)
Um die Anzahl der Steinreihen zu errechnen wird
die Höhe
eines Gefaches ausgemessen und durch 9 geteilt.
(Steindicke 7,5 cm
plus Fugenbreite z.B. 1,5 cm) Nun werden die Höhen der
Steinreihen
an den senkrechten Balken rechts und links angezeichnet, sodass man
beim Hochmauern bei jeder Reihe die Kontrolle über den
waagerechten Verlauf und die gleichmäßige Fugendicke
hat.
Man beginnt mit einer Mörtelschicht auf dem
Bodenbalken und
setzt die erste Steinreihe mit gleichmäßigem
Fugenabstand.
Die zweite Reihe wird entsprechend versetzt mit den vorbereiteten
Steinen gemauert. Sind die beiden ersten Reihen genau gemauert,
können die weiteren Reihen daran kontrolliert werden.
Nach Fertigstellung einer Reihe
kann ein Stück 1/2
Zoll-Wasserschlauch in die frische Fuge gedrückt werden, um
eine
gleichmäßige Rundung der Fuge nach innen zu
erzielen.
Nach max.10 Reihen beginnt man ein neues Gefach, damit der
Mörtel trocknen und sich die Steinreihe setzen kann.
Am
nächsten Tag kann in der Regel weitergearbeitet werden.
Nach der vorletzten Reihe, mauert man vorerst nicht
weiter und wartet einige Wochen bis
die Mauer sich vollständig gesetzt hat. Erst dann wird die
letzte
Reihe mit entsprechend schmal geschnittenen Steinen fertiggestellt.
Die Bilder 8 bis 11 zeigen verschiedene Phasen bei der Entstehung der
Sichtmauern.
Das Bild 12 zeigt im fertigen Wohnraum eine Sichtmauerwand mit
fehlender letzten Reihe.
Sämliche Sichtmauern wurden von der Bauherrin
Dela
gemauert !
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Bild1

Bild2

Bild3

Bild4

Bild5

Bild6

Bild7

Bild8

Bild9

Bild10

Bild11

Bild12 |